O'Reilly stiefelte mit seinen beiden Enkeln Marcus und Shaun über Wiesen und Felder nahe seines Dörfchens und hoffte darauf, daß den beiden irgendwann mal der Saft ausgehen würde.
Die Zwillinge rannten herum wie aufgezogen, scheuchten sich gegenseitig den steinigen Feldweg entlang, schubsten, zerrten und kniffen sich, fielen hin, standen wieder auf, hingen sich in den Hecken fest, hüpften auf und über die kleinen Steinmäuerchen, die die Felder säumten und wieder hinunter, sangen, johlten, stritten, kurzum, O'Reilly war selber schon fast erschöpft nur vom zusehen.
"Na ja," erklärte er Mavourneen, "vielleicht schlafen sie dann um so besser, mit all der frischen Luft und so."
Er putzte sich die Nase.
"Da könnse ruhig rennen bis zum Umfallen, hab ich mit ihrem Papa auch immer so gemacht."
Die kleine Katze marschierte fröhlich mit und hielt dabei nach Mäusen Ausschau.
Wie immer, wenn O'Reilly den beiden zusah, erinnerte er sich daran, wie es war, selber mal so klein gewesen zu sein.
Wie war die Welt so voller Wunder damals.....
O'Reilly setzte sich einen Moment auf eine der kleinen Steinmäuerchen, Mavourneen daneben.
Er streichelte ihr das kleine Köpfchen.
"Na ja," sagte er, "weißt du, is schon schade, daß so viele Leute vergessen, daß sie auch mal Kinder waren."
Er zupfte einen Grashalm aus und steckte das Ende in den Mund.
"Dabei is das doch das beste."
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Auweh, O'Reilly....
Diese Geschichte entstand an einem Morgen, an dem es bei mir selbt ganz ordentlich zwackte. Den Spruch lieh O'Reilly sich passend zur Gelegenheit bei mir aus. Denn schließlich ist geteiltes Leid nur ein halbes Leid...
O'Reilly warf die Decken von sich und machte sich daran, seine alten Knochen aus dem Bett zu hieven. An allen Ecken und Enden zwackte, knarzte und knirschte es, quietschten die Gelenke.
Als er langsam und steif ins Bad schlurfte, während Mavourneen ihm den neuesten Klatsch aus der Nachbarschaft zutrug, fiel O'Reilly plötzlich der Blechmann aus einem alten Film ein.
Eingerostet stand er da, bis ihm jemand die Gelenke ölte.
O'Reilly musste lachen, als er sich vorstellte, jemand ölte seine Gelenke.
"Na ja," sagte O'Reilly, "solang's beim Aufwachen noch wehtut, is ja kein Grund zur Sorge, nicht??"
O'Reilly warf die Decken von sich und machte sich daran, seine alten Knochen aus dem Bett zu hieven. An allen Ecken und Enden zwackte, knarzte und knirschte es, quietschten die Gelenke.
Als er langsam und steif ins Bad schlurfte, während Mavourneen ihm den neuesten Klatsch aus der Nachbarschaft zutrug, fiel O'Reilly plötzlich der Blechmann aus einem alten Film ein.
Eingerostet stand er da, bis ihm jemand die Gelenke ölte.
O'Reilly musste lachen, als er sich vorstellte, jemand ölte seine Gelenke.
"Na ja," sagte O'Reilly, "solang's beim Aufwachen noch wehtut, is ja kein Grund zur Sorge, nicht??"
Hey, O'Reilly!!
O'Reilly und Mavourneen machten sich auf den Weg zu ihrem besten Freund Finnegan.
Die kleine Tigerkatze lief vorneweg, das geringelte Schwänzchen mit dem Knick an der Spitze kerzengerade empor gereckt.
Die beiden genossen den milden Herbstsonnenschein, die frische Luft und den Spaziergang.
Alte Freunde, Nachbarn, Ladenbesitzer und Zugezogene grüßten den alten Mann und die kleine Katze auf ihrem Weg durch das kleine, irische Dorf.
"Na ja, " erklärte O'Reilly seiner flauschigen Gefährtin, "so ist's nun mal in 'nem Dorf, jeder kennt dich und du kennst auch alle."
Er nahm einen Schluck Bier.
"Aber wisst ihr was? Das ist auch ganz gut so!"
Finnegan nickte weise.
Die kleine Tigerkatze lief vorneweg, das geringelte Schwänzchen mit dem Knick an der Spitze kerzengerade empor gereckt.
Die beiden genossen den milden Herbstsonnenschein, die frische Luft und den Spaziergang.
Alte Freunde, Nachbarn, Ladenbesitzer und Zugezogene grüßten den alten Mann und die kleine Katze auf ihrem Weg durch das kleine, irische Dorf.
"Na ja, " erklärte O'Reilly seiner flauschigen Gefährtin, "so ist's nun mal in 'nem Dorf, jeder kennt dich und du kennst auch alle."
Er nahm einen Schluck Bier.
"Aber wisst ihr was? Das ist auch ganz gut so!"
Finnegan nickte weise.
Schau mal an, O'Reilly!
Irgendwie entfernt inspiriert von einem Praktikum in einem Süd-West-Deutschen Kunstmuseum.....
O'Reilly saß mit Finnegan in dessen Garten.
Es hatte heute morgen ordentlich geregnet, jetzt blinzelte die Sonne unsicher durch die Wolken.
"Na ja," sagte O'Reilly, "umsonst is Irland ja nich so grün, was?"
"Und du musst nimmer gießen, Finn," fügte er hinzu.
"Wohl wahr," stimmte Finnegan zu.
Mavourneen saß auf seinem Schoß, ließ sich die Öhrchen kraulen und blinzelte zufrieden schnurrend vor sich hin.
Ein etwas seltsam aussehender Mensch in Gummistiefeln, Bermudashorts, Sonnenbrille und Regenhut stellte Finnegan 's Cottage gegenüber eine Staffelei, Klappstuhl und Campingtisch auf, packte allerhand Gerätschaften und ein paar große Stücke weißer Pappe aus und setzte sich.
"Na ja" sagte O'Reilly, "das wird was werden."
"Kunst" sagte Finnegan nur.
Etwas mutiger geworden, schien die Sonne auf zwei alte Männer, eine kleine Katze und einen exzentrischen Maler in einem kleinen Dorf mitten im grünen Irland hinunter.
Eine sehr geraume Zeit später:
O'Reilly war mal wieder in die Stadt gefahren.
Sein Sohn hatte Geburtstag und O'Reilly war auf die Idee gekommen, dem Jungen zu dessen fünfzigsten eine Kopie der Zeitung vom Tag seiner Geburt zu schenken.
"Na ja" sagte O'Reilly, "viel war ja damals nicht los, aber vielleicht interessierts ihn ja doch."
Auf dem Weg zur Bücherei kam er an einer kleinen Galerie vorbei. Im Schaufenster hing ein Schild:
"Mein Irland-Momentaufnahmen."
Daneben stand auf einer Staffelei ein Bild, auf dem in einem Garten vor einem kleinen Cottage zwei alte Männer und eine kleine Tigerkatze saßen.
O'Reilly grinste.
"Na ja," sagte er, "Wußt ja schon immer, dass ich bildschön bin."
O'Reilly saß mit Finnegan in dessen Garten.
Es hatte heute morgen ordentlich geregnet, jetzt blinzelte die Sonne unsicher durch die Wolken.
"Na ja," sagte O'Reilly, "umsonst is Irland ja nich so grün, was?"
"Und du musst nimmer gießen, Finn," fügte er hinzu.
"Wohl wahr," stimmte Finnegan zu.
Mavourneen saß auf seinem Schoß, ließ sich die Öhrchen kraulen und blinzelte zufrieden schnurrend vor sich hin.
Ein etwas seltsam aussehender Mensch in Gummistiefeln, Bermudashorts, Sonnenbrille und Regenhut stellte Finnegan 's Cottage gegenüber eine Staffelei, Klappstuhl und Campingtisch auf, packte allerhand Gerätschaften und ein paar große Stücke weißer Pappe aus und setzte sich.
"Na ja" sagte O'Reilly, "das wird was werden."
"Kunst" sagte Finnegan nur.
Etwas mutiger geworden, schien die Sonne auf zwei alte Männer, eine kleine Katze und einen exzentrischen Maler in einem kleinen Dorf mitten im grünen Irland hinunter.
Eine sehr geraume Zeit später:
O'Reilly war mal wieder in die Stadt gefahren.
Sein Sohn hatte Geburtstag und O'Reilly war auf die Idee gekommen, dem Jungen zu dessen fünfzigsten eine Kopie der Zeitung vom Tag seiner Geburt zu schenken.
"Na ja" sagte O'Reilly, "viel war ja damals nicht los, aber vielleicht interessierts ihn ja doch."
Auf dem Weg zur Bücherei kam er an einer kleinen Galerie vorbei. Im Schaufenster hing ein Schild:
"Mein Irland-Momentaufnahmen."
Daneben stand auf einer Staffelei ein Bild, auf dem in einem Garten vor einem kleinen Cottage zwei alte Männer und eine kleine Tigerkatze saßen.
O'Reilly grinste.
"Na ja," sagte er, "Wußt ja schon immer, dass ich bildschön bin."
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