Ja, ich weiss, diese Geschichte koennte hier schon lange stehen.... Trotzdem, Frohe Festtage!!
Heilig Abend war O'Reillys Cottage mal wieder brechend voll. Sein Sohn war mit Frau und Kindern aus der Stadt gekommen und hatte noch einen alten Freund mitgebracht. Und selbstverstaendlich war auch Finnegan da, er war ja schliesslich Teil der Familie. Die Zwillinge nannten ihn Opa Finn und hingen an ihm wie Kletten.
Ein kraeftiger Irischer Wind wehte mit einem Schubs O'Reilly's aelteste Enkelin herein, mit ihrem Mann und dem Baby, das vor Vergnuegen laut kreischte, als es den alten sah.
In der winzigen Kueche herrschte ein ordentliches Gedraenge, als die O'Reilly-Frauen mitgebrachtes zum Aufwaermen in das alte Backrohr schoben, Salate anrichteten, hackten, kneteten, schnippelten und ruehrten, Kindern Kekse in die Hand drueckten und sie dann davonjagten, damit sie nicht zwischen die Fuesse gerieten, Ehemaenner herumscheuchten, (Liebling, mach doch mal.....), lachten und tratschten.
Mavourneen, O'Reillys kleine Tigerkatze, sass oben auf dem Kuechenschrank und beaeugte argwoehnisch das Gewusel. Die letzen Tage hatten sie arg auf die Probe gestellt, als das kleine Cottage von oben bis unten geschrubbt und gewienert wurde (Innen) und einen frischen, leuchtend weissen Anstrich erhielt. (Aussen). Das war zwar eine alte Tradition, aber dafuer interessierte sich eine Katze nicht. Und damit nicht genug, dann schleppten die Menschen haufenweise stacheliges Gruenzeug an und dekorierten alles damit, stellten ueberall Kerzen auf und trieben und allerhand fuer eine kleine Katze unverstaendliche Sachen.
Irgendjemand stellte ihr eine Untertasse mit Milch auf den Schrank und warf ein Stueck Fisch hinterher.
Stuhlbeine scharrten, als sich alles um den festlich gedeckten Tisch draengte. Im Fenster leuchtete eine dicke, rote Kerze, die mueden Wanderen den Weg erhellen sollte und der kleine, windschiefe Baum in der Ecke auf einem kleinen Tischchen tat sein bestes um zur allegemeinen Festtagsstimmung beizutragen. Die duennen Aestchen, mit kuenstlichem Schnee, Lamettagirlanden und selbstgebastelten Ornamenten geschmueckt, breiteten sich ueber einen Stapel Geschenke aus, manchen professionell, andere etwas ungeschickt, aber mit viel Liebe eingepackt. Wie es sich gehoerte, hatten Toby und die Zwillinge geraetselt, was darinnen war, gepiekst, gedrueckt, gebohrt und geschuettelt, in der Hoffnung den Inhalt erraten zu koennen. Aber nicht nur die Kinder taten das, wie O'Reilly feststellte, der erst seinen Sohn und dann Finnegan erwischte, die ebenfalls piekten und bohrten.....
Auf dem Weg in die kleine Dorfkirche begann es zu schneien, die Kerzen in den Fenstern wiesen den Weg und Padraig O'Reilly stimmte mit seinem vollen Bass ein altes Weihnachtslied an. O'Reillys Enkelin rannte noch einmal zurueck, um zu ueberpruefen, ob die Kuchentuer unverschlossen war und keines der Kinder die Milch ausgetrunken hatte, die auf dem Kuechentisch neben einem Teller Keksen und Brot auf Maria und Josef warteten, damit sie sich staerken konnten.
Eingequetscht zwischen Familie und Freunden, das Gesangbuch in der Hand, rieselte O'Reilly ein warmer Schauer ueber den Ruecken. Na ja, genau so sollte Weihnachten wohl sein, nicht?
Nollaig Shona Duit, O'Reilly!!
A/N: Die Uebersetzungen des Irischen ins Deutsche (grob):
Nollaig Shona Duit - Froehliche Weihnachten
Beannachtaí na Nollag Duit - Segen der Weihnacht fuer dich.
Da ich selber kein Gaeilge spreche, hab ich mich auf die Uebersetzungen in einem (Englischsprachigen) Forum verlassen muessen.....
Sonntag, 27. Dezember 2009
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Klein O'Reilly
O'Reilly stiefelte mit seinen beiden Enkeln Marcus und Shaun über Wiesen und Felder nahe seines Dörfchens und hoffte darauf, daß den beiden irgendwann mal der Saft ausgehen würde.
Die Zwillinge rannten herum wie aufgezogen, scheuchten sich gegenseitig den steinigen Feldweg entlang, schubsten, zerrten und kniffen sich, fielen hin, standen wieder auf, hingen sich in den Hecken fest, hüpften auf und über die kleinen Steinmäuerchen, die die Felder säumten und wieder hinunter, sangen, johlten, stritten, kurzum, O'Reilly war selber schon fast erschöpft nur vom zusehen.
"Na ja," erklärte er Mavourneen, "vielleicht schlafen sie dann um so besser, mit all der frischen Luft und so."
Er putzte sich die Nase.
"Da könnse ruhig rennen bis zum Umfallen, hab ich mit ihrem Papa auch immer so gemacht."
Die kleine Katze marschierte fröhlich mit und hielt dabei nach Mäusen Ausschau.
Wie immer, wenn O'Reilly den beiden zusah, erinnerte er sich daran, wie es war, selber mal so klein gewesen zu sein.
Wie war die Welt so voller Wunder damals.....
O'Reilly setzte sich einen Moment auf eine der kleinen Steinmäuerchen, Mavourneen daneben.
Er streichelte ihr das kleine Köpfchen.
"Na ja," sagte er, "weißt du, is schon schade, daß so viele Leute vergessen, daß sie auch mal Kinder waren."
Er zupfte einen Grashalm aus und steckte das Ende in den Mund.
"Dabei is das doch das beste."
Die Zwillinge rannten herum wie aufgezogen, scheuchten sich gegenseitig den steinigen Feldweg entlang, schubsten, zerrten und kniffen sich, fielen hin, standen wieder auf, hingen sich in den Hecken fest, hüpften auf und über die kleinen Steinmäuerchen, die die Felder säumten und wieder hinunter, sangen, johlten, stritten, kurzum, O'Reilly war selber schon fast erschöpft nur vom zusehen.
"Na ja," erklärte er Mavourneen, "vielleicht schlafen sie dann um so besser, mit all der frischen Luft und so."
Er putzte sich die Nase.
"Da könnse ruhig rennen bis zum Umfallen, hab ich mit ihrem Papa auch immer so gemacht."
Die kleine Katze marschierte fröhlich mit und hielt dabei nach Mäusen Ausschau.
Wie immer, wenn O'Reilly den beiden zusah, erinnerte er sich daran, wie es war, selber mal so klein gewesen zu sein.
Wie war die Welt so voller Wunder damals.....
O'Reilly setzte sich einen Moment auf eine der kleinen Steinmäuerchen, Mavourneen daneben.
Er streichelte ihr das kleine Köpfchen.
"Na ja," sagte er, "weißt du, is schon schade, daß so viele Leute vergessen, daß sie auch mal Kinder waren."
Er zupfte einen Grashalm aus und steckte das Ende in den Mund.
"Dabei is das doch das beste."
Auweh, O'Reilly....
Diese Geschichte entstand an einem Morgen, an dem es bei mir selbt ganz ordentlich zwackte. Den Spruch lieh O'Reilly sich passend zur Gelegenheit bei mir aus. Denn schließlich ist geteiltes Leid nur ein halbes Leid...
O'Reilly warf die Decken von sich und machte sich daran, seine alten Knochen aus dem Bett zu hieven. An allen Ecken und Enden zwackte, knarzte und knirschte es, quietschten die Gelenke.
Als er langsam und steif ins Bad schlurfte, während Mavourneen ihm den neuesten Klatsch aus der Nachbarschaft zutrug, fiel O'Reilly plötzlich der Blechmann aus einem alten Film ein.
Eingerostet stand er da, bis ihm jemand die Gelenke ölte.
O'Reilly musste lachen, als er sich vorstellte, jemand ölte seine Gelenke.
"Na ja," sagte O'Reilly, "solang's beim Aufwachen noch wehtut, is ja kein Grund zur Sorge, nicht??"
O'Reilly warf die Decken von sich und machte sich daran, seine alten Knochen aus dem Bett zu hieven. An allen Ecken und Enden zwackte, knarzte und knirschte es, quietschten die Gelenke.
Als er langsam und steif ins Bad schlurfte, während Mavourneen ihm den neuesten Klatsch aus der Nachbarschaft zutrug, fiel O'Reilly plötzlich der Blechmann aus einem alten Film ein.
Eingerostet stand er da, bis ihm jemand die Gelenke ölte.
O'Reilly musste lachen, als er sich vorstellte, jemand ölte seine Gelenke.
"Na ja," sagte O'Reilly, "solang's beim Aufwachen noch wehtut, is ja kein Grund zur Sorge, nicht??"
Hey, O'Reilly!!
O'Reilly und Mavourneen machten sich auf den Weg zu ihrem besten Freund Finnegan.
Die kleine Tigerkatze lief vorneweg, das geringelte Schwänzchen mit dem Knick an der Spitze kerzengerade empor gereckt.
Die beiden genossen den milden Herbstsonnenschein, die frische Luft und den Spaziergang.
Alte Freunde, Nachbarn, Ladenbesitzer und Zugezogene grüßten den alten Mann und die kleine Katze auf ihrem Weg durch das kleine, irische Dorf.
"Na ja, " erklärte O'Reilly seiner flauschigen Gefährtin, "so ist's nun mal in 'nem Dorf, jeder kennt dich und du kennst auch alle."
Er nahm einen Schluck Bier.
"Aber wisst ihr was? Das ist auch ganz gut so!"
Finnegan nickte weise.
Die kleine Tigerkatze lief vorneweg, das geringelte Schwänzchen mit dem Knick an der Spitze kerzengerade empor gereckt.
Die beiden genossen den milden Herbstsonnenschein, die frische Luft und den Spaziergang.
Alte Freunde, Nachbarn, Ladenbesitzer und Zugezogene grüßten den alten Mann und die kleine Katze auf ihrem Weg durch das kleine, irische Dorf.
"Na ja, " erklärte O'Reilly seiner flauschigen Gefährtin, "so ist's nun mal in 'nem Dorf, jeder kennt dich und du kennst auch alle."
Er nahm einen Schluck Bier.
"Aber wisst ihr was? Das ist auch ganz gut so!"
Finnegan nickte weise.
Schau mal an, O'Reilly!
Irgendwie entfernt inspiriert von einem Praktikum in einem Süd-West-Deutschen Kunstmuseum.....
O'Reilly saß mit Finnegan in dessen Garten.
Es hatte heute morgen ordentlich geregnet, jetzt blinzelte die Sonne unsicher durch die Wolken.
"Na ja," sagte O'Reilly, "umsonst is Irland ja nich so grün, was?"
"Und du musst nimmer gießen, Finn," fügte er hinzu.
"Wohl wahr," stimmte Finnegan zu.
Mavourneen saß auf seinem Schoß, ließ sich die Öhrchen kraulen und blinzelte zufrieden schnurrend vor sich hin.
Ein etwas seltsam aussehender Mensch in Gummistiefeln, Bermudashorts, Sonnenbrille und Regenhut stellte Finnegan 's Cottage gegenüber eine Staffelei, Klappstuhl und Campingtisch auf, packte allerhand Gerätschaften und ein paar große Stücke weißer Pappe aus und setzte sich.
"Na ja" sagte O'Reilly, "das wird was werden."
"Kunst" sagte Finnegan nur.
Etwas mutiger geworden, schien die Sonne auf zwei alte Männer, eine kleine Katze und einen exzentrischen Maler in einem kleinen Dorf mitten im grünen Irland hinunter.
Eine sehr geraume Zeit später:
O'Reilly war mal wieder in die Stadt gefahren.
Sein Sohn hatte Geburtstag und O'Reilly war auf die Idee gekommen, dem Jungen zu dessen fünfzigsten eine Kopie der Zeitung vom Tag seiner Geburt zu schenken.
"Na ja" sagte O'Reilly, "viel war ja damals nicht los, aber vielleicht interessierts ihn ja doch."
Auf dem Weg zur Bücherei kam er an einer kleinen Galerie vorbei. Im Schaufenster hing ein Schild:
"Mein Irland-Momentaufnahmen."
Daneben stand auf einer Staffelei ein Bild, auf dem in einem Garten vor einem kleinen Cottage zwei alte Männer und eine kleine Tigerkatze saßen.
O'Reilly grinste.
"Na ja," sagte er, "Wußt ja schon immer, dass ich bildschön bin."
O'Reilly saß mit Finnegan in dessen Garten.
Es hatte heute morgen ordentlich geregnet, jetzt blinzelte die Sonne unsicher durch die Wolken.
"Na ja," sagte O'Reilly, "umsonst is Irland ja nich so grün, was?"
"Und du musst nimmer gießen, Finn," fügte er hinzu.
"Wohl wahr," stimmte Finnegan zu.
Mavourneen saß auf seinem Schoß, ließ sich die Öhrchen kraulen und blinzelte zufrieden schnurrend vor sich hin.
Ein etwas seltsam aussehender Mensch in Gummistiefeln, Bermudashorts, Sonnenbrille und Regenhut stellte Finnegan 's Cottage gegenüber eine Staffelei, Klappstuhl und Campingtisch auf, packte allerhand Gerätschaften und ein paar große Stücke weißer Pappe aus und setzte sich.
"Na ja" sagte O'Reilly, "das wird was werden."
"Kunst" sagte Finnegan nur.
Etwas mutiger geworden, schien die Sonne auf zwei alte Männer, eine kleine Katze und einen exzentrischen Maler in einem kleinen Dorf mitten im grünen Irland hinunter.
Eine sehr geraume Zeit später:
O'Reilly war mal wieder in die Stadt gefahren.
Sein Sohn hatte Geburtstag und O'Reilly war auf die Idee gekommen, dem Jungen zu dessen fünfzigsten eine Kopie der Zeitung vom Tag seiner Geburt zu schenken.
"Na ja" sagte O'Reilly, "viel war ja damals nicht los, aber vielleicht interessierts ihn ja doch."
Auf dem Weg zur Bücherei kam er an einer kleinen Galerie vorbei. Im Schaufenster hing ein Schild:
"Mein Irland-Momentaufnahmen."
Daneben stand auf einer Staffelei ein Bild, auf dem in einem Garten vor einem kleinen Cottage zwei alte Männer und eine kleine Tigerkatze saßen.
O'Reilly grinste.
"Na ja," sagte er, "Wußt ja schon immer, dass ich bildschön bin."
Sonntag, 27. September 2009
Du hast's gut, O'Reilly
Hatte kürzlich ein Gespräch darüber, daß man seine Segnungen zählen soll. O'Reilly kam irgendwie dazwischen....
O'Reilley saß in der gemütlichen Küche seiner ältesten Nichte, schaukelte ihr jüngstes auf den Knien und freute sich an dem Gewusel aus Erwachsenen, Kindern, drei Hunden und einer zahmen Gans. Die Zwillinge stürzten sich mit Freudengeheul auf ihren Onkel Frank, der immer für eine Überraschung gut war. Heathers Schwägerin kam gleich dahinter, eine große, mit Alufolie bedeckte Auflaufform in der Hand.
Einmal im Monat kam die ganze Familie zusammen und draengte sich um den massiven Holztisch.
Es war voll, es war laut und es war herrlich.
Einen Moment lang wurde es O'Reilley etwas wehmütig, als er sich daran erinnerte, als sein Sohn noch klein gewesen war und sich von den Verwandten alle in das winzige Cottage der O'Reilley's quetschten. Shannon hatte immer einen riesigen Topf Kartoffelsuppe fertig......
Na ja, sie fehlte ihm halt schon sehr.......
In diesen Moment warf sich der kleine Marcus auf O'Reilley, erschreckte seine kleine Kusine, die empört loskreischte und drückte seinen Opa so fest er konnte.
"Opa, ich hab dich ganz dolle lieb!"
Dann küsste er O'Reilly auf die faltige Wange und rannte wieder davon.
O'Reilley tätschelte Nancys Ruecken.
"Na ja," flüsterte er in die weichen Locken, "das hab ich euch auch, ihr Räuber!"
O'Reilley saß in der gemütlichen Küche seiner ältesten Nichte, schaukelte ihr jüngstes auf den Knien und freute sich an dem Gewusel aus Erwachsenen, Kindern, drei Hunden und einer zahmen Gans. Die Zwillinge stürzten sich mit Freudengeheul auf ihren Onkel Frank, der immer für eine Überraschung gut war. Heathers Schwägerin kam gleich dahinter, eine große, mit Alufolie bedeckte Auflaufform in der Hand.
Einmal im Monat kam die ganze Familie zusammen und draengte sich um den massiven Holztisch.
Es war voll, es war laut und es war herrlich.
Einen Moment lang wurde es O'Reilley etwas wehmütig, als er sich daran erinnerte, als sein Sohn noch klein gewesen war und sich von den Verwandten alle in das winzige Cottage der O'Reilley's quetschten. Shannon hatte immer einen riesigen Topf Kartoffelsuppe fertig......
Na ja, sie fehlte ihm halt schon sehr.......
In diesen Moment warf sich der kleine Marcus auf O'Reilley, erschreckte seine kleine Kusine, die empört loskreischte und drückte seinen Opa so fest er konnte.
"Opa, ich hab dich ganz dolle lieb!"
Dann küsste er O'Reilly auf die faltige Wange und rannte wieder davon.
O'Reilley tätschelte Nancys Ruecken.
"Na ja," flüsterte er in die weichen Locken, "das hab ich euch auch, ihr Räuber!"
Samstag, 16. Mai 2009
So ein Kaese, O'Reilly
Diese Geschichte entstand, als eine junge Dame vorschlug, doch mal was ueber Kaese zu schreiben. Ich postete zunaechst unter dem Titel "Na sowas, O'Reilly" mit einem anderen Schluss, den ich hier abgeschnitten habe, da sich das ganze zu sehr wie eine Kindergeschichte las. (Tut es vielleicht immer noch, aber nicht mehr so sehr
O'Reilly schleppte die Einkaufstasche in die winzige Küche seines Cottage, wo er sie auf den Tisch hievte. Er hatte gerade alles auf den Tisch geräumt, als das Telefon im Wohnzimmer lärmte. Die Tasche auf den Stuhl in der Ecke werfend, schlurfte er davon.
Drei Tage später saß sein Enkel Toby in der Küche, mampfte Bratkartoffeln, spülte alles mit Buttermilch runter und quasselte seinem Großvater ein Ohr ab. Als der Junge dann endlich so weit gesättigt war, daß er die nächste halbe Stunde wohlbehalten überstand (Mensch Opa, nenn mich Socke, ich bin gestopft!) wanderte Toby herum und beguckte sich wie immer die alten, vergilbten Bilder und Sticktücher, die da hingen. Sein Rundweg führte ihn dabei in die Ecke, in der ein alter, klappriger Stuhl stand, den O'Reillys Großvater selbst noch angefertigt hatte. Plötzlich sagte er "Mensch Opa, hier stinkts aber! Mann, war das die Katze?"
Wie? O'Reilly stutzte.
Die ging doch immer auf ihr Kistchen im Bad oder nach draußen? Er wanderte selbst herum, schnupperte und guckte.
Tatsächlich, na da soll doch.......
Dann bemerkte er die Einkaufstasche und schlagartig fiel ihm etwas ein....
"Na ja," sagte O'Reilly, "guck mal schnell in den Kühlschrank, Jungchen und sag mir, ob der Limburger drin ist."
Der Limburger war nicht im Kühlschrank, sondern in der Einkaufstasche, die in der warmen Küche lag. Und an dem Geruch, der Toby die Zehennägel aufrollte, war auch nicht O'Reillys kleine Tigerkatze schuld, sondern ein importierter Käse aus Deutschand....
O'Reilly schleppte die Einkaufstasche in die winzige Küche seines Cottage, wo er sie auf den Tisch hievte. Er hatte gerade alles auf den Tisch geräumt, als das Telefon im Wohnzimmer lärmte. Die Tasche auf den Stuhl in der Ecke werfend, schlurfte er davon.
Drei Tage später saß sein Enkel Toby in der Küche, mampfte Bratkartoffeln, spülte alles mit Buttermilch runter und quasselte seinem Großvater ein Ohr ab. Als der Junge dann endlich so weit gesättigt war, daß er die nächste halbe Stunde wohlbehalten überstand (Mensch Opa, nenn mich Socke, ich bin gestopft!) wanderte Toby herum und beguckte sich wie immer die alten, vergilbten Bilder und Sticktücher, die da hingen. Sein Rundweg führte ihn dabei in die Ecke, in der ein alter, klappriger Stuhl stand, den O'Reillys Großvater selbst noch angefertigt hatte. Plötzlich sagte er "Mensch Opa, hier stinkts aber! Mann, war das die Katze?"
Wie? O'Reilly stutzte.
Die ging doch immer auf ihr Kistchen im Bad oder nach draußen? Er wanderte selbst herum, schnupperte und guckte.
Tatsächlich, na da soll doch.......
Dann bemerkte er die Einkaufstasche und schlagartig fiel ihm etwas ein....
"Na ja," sagte O'Reilly, "guck mal schnell in den Kühlschrank, Jungchen und sag mir, ob der Limburger drin ist."
Der Limburger war nicht im Kühlschrank, sondern in der Einkaufstasche, die in der warmen Küche lag. Und an dem Geruch, der Toby die Zehennägel aufrollte, war auch nicht O'Reillys kleine Tigerkatze schuld, sondern ein importierter Käse aus Deutschand....
Mittwoch, 22. April 2009
O'Reillys Sommertag
Diese Geschichte entstand an einem Tag, an dem eigentlich kein Angelwetter war.....
O'Reilly saß unter der alten Weide im Gras, die knorrigen Füße in das frische, kühle Wasser des munter gurgelnden Baches gestreckt. Neben ihm dümpelte eine sorgfältig festgebundene Flasche Ale. Es war ein herrlicher, irischer Vorsommertag, von der sorte die Touristen nur aus Bücher und Reiseprospekten kennen.
Hinter sich hörte er das kreischen und lachen der Zwillinge Marcus & Shaun, die sich über die Wiese jagten. Johlend sausten sie an ihrem Großvater vorbei und platschten wie Mühlsteine ins Wasser. Mavourneen, die kleine Katze, saß an O'Reillys anderer Seite und brummte maßregelnd. Sie hoffte schon die ganze Zeit auf einen Fisch. Egal, O'Reilly benutze die Angel eh nur als Alibi. "Na ja," erklärte er seinem Stubentiger, "sind halt Jungs."
Summend holte er die Schnur ein, warf sie wieder aus und gähnte.
Er erinnerte sich, als er und seine Brüder hier gespielt hatten. Sie hatten genauso gejohlt und gekreischt, sich wie Mühlsteine ins Wasser platschen lassen und Großvater die Fische vertrieben. Sie hatten sich sonnenbrand geholt, die Schienbeine an der Rinde der Weide aufgeschürft beim hinaufklettern, Forellen "gekitzelt" und Ringkämpfe veranstaltet.
Über O'Reilly in der Weide blökte jemand "Opa, guck mal!" dann fiel ein rothaariges etwas mit einem riesenplatsch in den Bach. Als er sich das Wasser aus den Augen wischte, mußte O'Reilly grinsen. Manchmal war es schon gut wenn sich Geschichte wiederholte.
O'Reilly saß unter der alten Weide im Gras, die knorrigen Füße in das frische, kühle Wasser des munter gurgelnden Baches gestreckt. Neben ihm dümpelte eine sorgfältig festgebundene Flasche Ale. Es war ein herrlicher, irischer Vorsommertag, von der sorte die Touristen nur aus Bücher und Reiseprospekten kennen.
Hinter sich hörte er das kreischen und lachen der Zwillinge Marcus & Shaun, die sich über die Wiese jagten. Johlend sausten sie an ihrem Großvater vorbei und platschten wie Mühlsteine ins Wasser. Mavourneen, die kleine Katze, saß an O'Reillys anderer Seite und brummte maßregelnd. Sie hoffte schon die ganze Zeit auf einen Fisch. Egal, O'Reilly benutze die Angel eh nur als Alibi. "Na ja," erklärte er seinem Stubentiger, "sind halt Jungs."
Summend holte er die Schnur ein, warf sie wieder aus und gähnte.
Er erinnerte sich, als er und seine Brüder hier gespielt hatten. Sie hatten genauso gejohlt und gekreischt, sich wie Mühlsteine ins Wasser platschen lassen und Großvater die Fische vertrieben. Sie hatten sich sonnenbrand geholt, die Schienbeine an der Rinde der Weide aufgeschürft beim hinaufklettern, Forellen "gekitzelt" und Ringkämpfe veranstaltet.
Über O'Reilly in der Weide blökte jemand "Opa, guck mal!" dann fiel ein rothaariges etwas mit einem riesenplatsch in den Bach. Als er sich das Wasser aus den Augen wischte, mußte O'Reilly grinsen. Manchmal war es schon gut wenn sich Geschichte wiederholte.
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