Ja, ich weiss, diese Geschichte koennte hier schon lange stehen.... Trotzdem, Frohe Festtage!!
Heilig Abend war O'Reillys Cottage mal wieder brechend voll. Sein Sohn war mit Frau und Kindern aus der Stadt gekommen und hatte noch einen alten Freund mitgebracht. Und selbstverstaendlich war auch Finnegan da, er war ja schliesslich Teil der Familie. Die Zwillinge nannten ihn Opa Finn und hingen an ihm wie Kletten.
Ein kraeftiger Irischer Wind wehte mit einem Schubs O'Reilly's aelteste Enkelin herein, mit ihrem Mann und dem Baby, das vor Vergnuegen laut kreischte, als es den alten sah.
In der winzigen Kueche herrschte ein ordentliches Gedraenge, als die O'Reilly-Frauen mitgebrachtes zum Aufwaermen in das alte Backrohr schoben, Salate anrichteten, hackten, kneteten, schnippelten und ruehrten, Kindern Kekse in die Hand drueckten und sie dann davonjagten, damit sie nicht zwischen die Fuesse gerieten, Ehemaenner herumscheuchten, (Liebling, mach doch mal.....), lachten und tratschten.
Mavourneen, O'Reillys kleine Tigerkatze, sass oben auf dem Kuechenschrank und beaeugte argwoehnisch das Gewusel. Die letzen Tage hatten sie arg auf die Probe gestellt, als das kleine Cottage von oben bis unten geschrubbt und gewienert wurde (Innen) und einen frischen, leuchtend weissen Anstrich erhielt. (Aussen). Das war zwar eine alte Tradition, aber dafuer interessierte sich eine Katze nicht. Und damit nicht genug, dann schleppten die Menschen haufenweise stacheliges Gruenzeug an und dekorierten alles damit, stellten ueberall Kerzen auf und trieben und allerhand fuer eine kleine Katze unverstaendliche Sachen.
Irgendjemand stellte ihr eine Untertasse mit Milch auf den Schrank und warf ein Stueck Fisch hinterher.
Stuhlbeine scharrten, als sich alles um den festlich gedeckten Tisch draengte. Im Fenster leuchtete eine dicke, rote Kerze, die mueden Wanderen den Weg erhellen sollte und der kleine, windschiefe Baum in der Ecke auf einem kleinen Tischchen tat sein bestes um zur allegemeinen Festtagsstimmung beizutragen. Die duennen Aestchen, mit kuenstlichem Schnee, Lamettagirlanden und selbstgebastelten Ornamenten geschmueckt, breiteten sich ueber einen Stapel Geschenke aus, manchen professionell, andere etwas ungeschickt, aber mit viel Liebe eingepackt. Wie es sich gehoerte, hatten Toby und die Zwillinge geraetselt, was darinnen war, gepiekst, gedrueckt, gebohrt und geschuettelt, in der Hoffnung den Inhalt erraten zu koennen. Aber nicht nur die Kinder taten das, wie O'Reilly feststellte, der erst seinen Sohn und dann Finnegan erwischte, die ebenfalls piekten und bohrten.....
Auf dem Weg in die kleine Dorfkirche begann es zu schneien, die Kerzen in den Fenstern wiesen den Weg und Padraig O'Reilly stimmte mit seinem vollen Bass ein altes Weihnachtslied an. O'Reillys Enkelin rannte noch einmal zurueck, um zu ueberpruefen, ob die Kuchentuer unverschlossen war und keines der Kinder die Milch ausgetrunken hatte, die auf dem Kuechentisch neben einem Teller Keksen und Brot auf Maria und Josef warteten, damit sie sich staerken konnten.
Eingequetscht zwischen Familie und Freunden, das Gesangbuch in der Hand, rieselte O'Reilly ein warmer Schauer ueber den Ruecken. Na ja, genau so sollte Weihnachten wohl sein, nicht?
Nollaig Shona Duit, O'Reilly!!
A/N: Die Uebersetzungen des Irischen ins Deutsche (grob):
Nollaig Shona Duit - Froehliche Weihnachten
Beannachtaí na Nollag Duit - Segen der Weihnacht fuer dich.
Da ich selber kein Gaeilge spreche, hab ich mich auf die Uebersetzungen in einem (Englischsprachigen) Forum verlassen muessen.....
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