Donnerstag, 22. Oktober 2009

Klein O'Reilly

O'Reilly stiefelte mit seinen beiden Enkeln Marcus und Shaun über Wiesen und Felder nahe seines Dörfchens und hoffte darauf, daß den beiden irgendwann mal der Saft ausgehen würde.

Die Zwillinge rannten herum wie aufgezogen, scheuchten sich gegenseitig den steinigen Feldweg entlang, schubsten, zerrten und kniffen sich, fielen hin, standen wieder auf, hingen sich in den Hecken fest, hüpften auf und über die kleinen Steinmäuerchen, die die Felder säumten und wieder hinunter, sangen, johlten, stritten, kurzum, O'Reilly war selber schon fast erschöpft nur vom zusehen.

"Na ja," erklärte er Mavourneen, "vielleicht schlafen sie dann um so besser, mit all der frischen Luft und so."
Er putzte sich die Nase.
"Da könnse ruhig rennen bis zum Umfallen, hab ich mit ihrem Papa auch immer so gemacht."
Die kleine Katze marschierte fröhlich mit und hielt dabei nach Mäusen Ausschau.

Wie immer, wenn O'Reilly den beiden zusah, erinnerte er sich daran, wie es war, selber mal so klein gewesen zu sein.

Wie war die Welt so voller Wunder damals.....

O'Reilly setzte sich einen Moment auf eine der kleinen Steinmäuerchen, Mavourneen daneben.
Er streichelte ihr das kleine Köpfchen.

"Na ja," sagte er, "weißt du, is schon schade, daß so viele Leute vergessen, daß sie auch mal Kinder waren."
Er zupfte einen Grashalm aus und steckte das Ende in den Mund.

"Dabei is das doch das beste."

Keine Kommentare: